Reise Impressionen

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Ein bärenstarker Tag im “Bärenwald Müritz”, ein Tierschutzprojekt von Vier Pfoten!

Sonntag Morgen ging es ab nach Stuer, an den Südzipfel des Plauer Sees. Unser Ziel? Der Bärenwald Müritz. Dieser ist ein Tierschutzprojekt von VIER PFOTEN. VIER PFOTEN hilft unter anderem Braunbären aus schlechter Haltung. Sie verhandeln mit den Besitzern um die Herausgabe der Bären um sie in einem der Bärenwälder artgerecht unterzubringen.

Als wir ankamen wartete Gisela Hentschel (ehrenamtliche Mitarbeiterin) mit ihrem Hund Alex schon auf uns. Sie war unsere Führerin durch den Wald und die Botschafterin der Bären. Wir erfuhren fast alles über das Leben, die Bedürfnisse und auch das Leid welches den Bären widerfuhr bevor Sie hier her kamen. Sie zeigte uns die Bären in ihrem natürlichen Lebensraum. Die meisten haben sich gut erholt. Bei einzelnen Bären kann man allerdings sehen, dass die falsche Haltung zu nachhaltigen psychischen Schäden geführt hat – zusätzlich zu den körperlichen Schäden, die ihnen durch die falsche Haltung entstanden sind.

Zuerst ging Gisela mit uns auf den Gerätehof. Dort zeigte sie uns eine Transportkiste mit der die Bären von ihren Vorbesitzern abgeholt werden. Dann gingen wir in den Operations Bereich wo bei Bedarf Operationen oder andere komplexe medizinische Behandlungen durchgeführt werden. Hier zeigte sie uns und die Nachbildung eines Bären-Schädels, Zähne und Krallen. Nach dem kleinen Ausflug in die Anatomie gingen wir in den Teil, wo für das leibliche Wohl der Petze gesorgt wird – die Futterküche. Wir konnten gar nicht glauben was so ein Bär an einem Tag verputzt. Das können bis zu 17kg Futter sein. Das macht ca. 4400€ pro Jahr und Bär. an Futterkosten. Es gibt nur vom Feinsten, keine Abfälle und auch die Vorlieben jedes Bären werden berücksichtigt. Hanna z.B. kommt aus einer Haltung wo Sie nicht bärengerecht gehalten wurde, aber sie wurde was das Futter angeht sehr verwöhnt. So hat sie eine Vorliebe für gekochtes Hühnchen und frisst kaum etwas anderes. In der Futterküche hängt ein Plan wieviel jeder Bär pro Tag zu futtern bekommt. Das ändert sich immer wieder mal etwas, je nach Jahreszeit oder Laune des Bärs…kenn wir ja auch von uns 😉

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Ja, Bären sind in der Regel Allesfresser, fressen also auch Fleisch. Deshalb gibt es auch ein Kühlhaus und ein Tiefkühlhaus. In dem Kühlhaus stehen die pflanzlichen Futtermittel, Äpfel, Trauben, Gurken, Avocados etc. und in dem Tiefkühlhaus lagert das Fleisch, vorwiegend Wild und als besondere Leckerbissen Fisch. Im Vorraum zu den Kühlhäusern lagert Hunde-Trockenfutter, Nüsse und Honig, als Leckerlies, was die Bären sehr mögen. Das gesamte Futter wird zugekauft, es gibt auch gelegentlich Futterspenden, wie Obst von Bürgern, die Obstbäume haben oder Wild vom Jäger. Um die Bären zu beschäftigen werden sogenannte Enrichments verwendet. Das ist spezielles Spielzeug in denen Futter versteckt wird und die Bären Geduld und Zeit aufbringen müssen um an die Leckereien zu kommen.

Foto unten: Michal, der nur noch drei Beine hat. Ein Bein hat er im Kampf in der miserablen und viel zu engen Haltung gegen einen anderen Bären verloren. Man merkt ihm es aber kaum an, wenn man ihn sieht…erst auf den 2. Blick-er ist sichtlich aufgeblüht und buddelt sogar Höhlen.

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Unsere Führung begann an dem Punkt der sich „Rollentausch“ nennte. Hier bekamen wir von Gisela eine Pappbrille die uns die Sicht nahm. Wir gingen in einem dunklen Gang, mit entsprechender akustischer Umrahmung konnten wir nach empfinden wie ein Zirkusbär auf seinem Gang in die Manege fühlen muss. Anschließend gingen wir zum ersten Gehege. Da trafen wir den 2,10m großen Bären Lothar. Lothar konnten wir beim trinken beobachten. Danach ging es weiter zu einem Tier Zirkuswagen, der sinnbildlich für die schlechte Haltung und Misshandlung der Bären steht. Hier erfuhren wir, aus welch üblen Umständen die einzelnen Bären kamen und Gisela zeigte uns Bilder wie die Bären vor ihrer „Befreiung“ aussahen. Erbärmlich! Auch eine Art Zwinger steht als Beispiel im Park wo Bären in Osteuropa als Restaurant Bären zur Belustigung der Gäste neben dem Restaurant stehen. Könnt ihr unten auf dem Foto sehen. Zum Vergrößern anklicken.

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Weiter ging es vorbei an den sehr großzügigen Gehegen in denen die Bären heute ihr Leben ausleben können und das so wie sie wollen, einfach bärig. Der Bärenwald ist 16 Hektar groß und kann für max. 24 Bären ein zu Hause sein. Durch den Wald fließt ein natürlicher Bach und in den Gehegen gibt es Teiche in denen die Petze baden können. Da sich die Bären frei bewegen, ist es Glückssache ob und wo man einen Bären sieht…aber sie sind auch neugierig 😉 Es war sehr eindrucksvoll Bären einmal so natürlich nah sein zu dürfen. Gleichzeitig war es auch berührend zu sehen wie gut es den Bären jetzt geht….und ist so ein Bärenpopo nicht herzig?

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Ein Besuch des Bärenwaldes ist eine absolute Bereicherung für die ganze Familie, auch den Kids wird hier immer wieder etwas geboten, dass keine Langweile aufkommt. Zudem betreibt der Bärenwald ein Bio-Bistro, in dem es sehr leckere vegetarische Gerichte gibt und das zu humanen Preisen. Bei einen geführten Besuch durch den Park, erfahrt ihr zudem wesentlich mehr zu den einzelnen Bären und viel mehr Hintergrundgeschichten- lohnt sich auf jeden Fall!

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Natürlich freut sich der Bärenwald auch über eine finanzielle Spende, da er hierauf wirklich angewiesen ist. Hier kommt wirklich jeder Cent den Bären zu Gute, sowas sollte unbedingt mehr unterstützt werden. Ich hoffe und wünsche, dass noch einige Bären aus solch miserablen Haltungen gerettet werden können und hier ein 2. bärenwürdiges Leben finden.

Mehr Infos zu der Einrichtung findet ihr hier -> Bärenwald Müritz . Vielen Dank an den Bärenwald Müritz, die uns sehr herzlich empfangen haben! Unser Besuch erfolgte mit freundlicher Unterstützung des Tourismusverbands der Mecklenburgischen Seenplatte. Dort gibt es auch ein Reisetagebuch von unserem Urlaub im Land der 100 Seen.


Urlaub im Land der Tausend Seen

Es ist wieder einmal Zeit für Urlaub! Diesmal in Mirow OT Granzow an der Mecklenburgischen Seenplatte. In einem Aparthotel eines Ferienparks. Mehr über unserer Unterkunft werde ich in den nächsten Tagen schreiben.
Wir sind schon drei Tage hier. Deshalb möchte ich euch von unseren Aktivitäten in den letzten Tagen berichten:

Unser erster Ausflug ging nach Röbel/Müritz. Röbel ist ein kleines Städtchen im Südwesten der Seenplatte. Dafür das es so klein ist, hat es aber jede Menge zu bieten. Wir parkten hinter der St. Nicolaikirche gingen dann über den Marktplatz in den Ortskern. Dieser besteht aus vielen farbenfrohen Fachwerkhäusern, die von kleinen Vorgärten gesäumt sind. Weiter ging es zur Windmühle die auf dem ehemaligen Burgberg steht. In der Windmühle finden Ausstellungen statt und wir hatten einen wunderschönen Blick in die Weite. Danach plagte uns ein kleines Hüngerchen was wir mit einem Fischgericht im „Fischhaus Meyl“ auf der Straße des Friedens stillten. Einfach, sympathisch und lecker! Ein Fischladen mit Selbstbedienung und Tischen und Stühlen im Hof. Gestärkt und im „Höhenflug“ ging es auf den Kirchturm der St. Marien Kirche. Bemerkenswert ist der Aufstieg. Der führt über eine sehr enge Wendeltreppe aus Stein, die dann im oberen Drittel von steilen Holztreppen abgelöst wird. Der Aufstieg hatte sich gelohnt. Das Wetter war klar und wir hatten einen sehr schönen Blick über Röbel und die Gewässer. Zum Schluss gingen wir noch zum Hafen. Ach ja… Eis gab es auch. Wir haben uns drei Kügelchen gegönnt. Das darf man im Urlaub.

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Sonne, Sonne, Sonne ein idealer Tag zum Urlaub machen. Unsere zweite Entdeckungstour führte uns zuerst nach Waren an der Müritz. Die größte Stadt an der Müritz, dem größten Binnensee Deutschlands. Wir bummelten über die Uferpromenade von der Steinmole zum Yachthafen in die Altstadt. Viele Geschäfte und Restaurants laden zum verweilen ein. Vom Yachthafen gehen regelmäßig Bootstouren auf die Müritz. Waren war schön, aber wir fanden nichts besonderes.

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Von Waren fuhren wir nach Malchow. Schon mal was von einer Inselstadt gehört? Kein Inselstaat, nein eine Stadt. Um über den Malchower See auf die Insel zu kommen fuhren wir über einen Damm. Am Ende des Damms parkten wir und gingen von dort zu Fuß durch die Altstadt. Am anderen Ende der Inselstadt verbindet eine Drehbrücke die Insel über den Fleesensee mit dem Festland. Zur vollen Stunde werden die Schranken geschlossen, der Verkehr über die Brücke wird dann unterbrochen. Die Zuschauer (Touristen wie wir) nehmen Platz. Auf großzügig aufgestellten Bänken oder in den umliegenden Restaurationsbetrieben die sogar Liegestühle mit der Aufschrift „Boote schauen“ anbieten. Dann beschreitet der Brückenwärter die Brücke und dreht mit einer Fernbedienung die Brücke in Richtung Festland. Die Show hat begonnen. Wer es sich bequem macht und mit seinen Armen auf der Schranke auflehnt wird vom Brückenwärter direkt darum gebeten diese nicht abzubrechen. Wenn der Skipper zu langsam fährt, bekommt er das auch gleich zu hören und wer sich an Regeln der Seefahrt nicht hält, erfährt das auch sofort. Kurzum, wir bekamen eine unterhaltsame Show geboten bei der wir den Eindruck gewannen das es nur einen geben kann der alles Richtig macht. Der Brückenwärter. Wer danach noch Fragen hat bekommt diese vom „Lord of the Bridge“ ohne Umschweife beantwortet. Als alle Schiffe hindurch gefahren waren, wurde die Brücke wieder geschlossen. Der Verkehr konnte wieder rollen und auch die Fußgänger konnten wieder den Weg auf die andere Seite nehmen.

Apropos andere Seite. Genau da ist „Dat Fischhus“. Ein Restaurant mit Außenbereich und Blick auf die Drehbrücke. Hier kann man üppige warme Speisen oder wie wir einen Imbiss genießen. Geräucherter Butterfisch mit hausgemachten Kartoffelsalat, dazu eine alkoholfreies Weizen und unsere Seele war glücklich. Ein wirklicher Tipp, weil sehr nette Bedienung und super Essen. Auch was wir auf den Nachbartischen sahen machte Appetit. Gestärkt bummelten wir über das Festland. Gemütliche und liebevoll restaurierte Häuser, zwischen drin immer wieder Gassen die den Blick auf das Wasser oder auf das Grün in den Gärten freigeben. Malchow hat uns gefallen , weil es einfach Charme hat.

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Die Reise ist zum Teil eine Kooperation mit dem Tourismusverband ”Mecklenburgische Seenplatte” e.V.